ASA Filament: Eigenschaften, Anwendungen und Tipps für den 3D-Druck

ASA Filament ist die erste Wahl, wenn deine 3D-Drucke draußen bestehen sollen. In diesem Ratgeber erfährst du, was hinter dem Material steckt und welche Eigenschaften es auszeichnet. Außerdem zeigen wir dir, wofür sich ASA eignet, wie du es sauber druckst und worauf du beim Kauf achten solltest.

Was ist ASA Filament?

ASA steht für Acrylnitril-Styrol-Acrylat. Der Kunststoff wurde ursprünglich als wetterfeste Alternative zu ABS entwickelt. Dabei ersetzt ein Acrylat-Kautschuk den Butadien-Anteil von ABS. Genau dieser Austausch macht den Unterschied, denn Butadien altert unter Sonnenlicht schnell.

Aus der Industrie kennst du ASA zum Beispiel von Außenspiegeln, Kühlergrills oder Gartenmöbeln. Im 3D-Druck kommt es dagegen als Filament auf der Spule zu dir. Anschließend schmilzt der Drucker den Draht in der Düse und baut dein Bauteil Schicht für Schicht auf. Dabei verhält sich ASA Filament ähnlich wie ABS, bringt aber eine deutlich bessere Witterungsbeständigkeit mit.

Die wichtigsten Eigenschaften von ASA Filament

Hier siehst du die typischen Werte auf einen Blick. Prüfe trotzdem immer die Angaben auf deiner Spule, weil jede Mischung etwas anders reagiert.

Eigenschaft Typischer Wert
Drucktemperatur (Düse) ca. 235 – 260 °C
Druckbett ca. 90 – 110 °C
Hitzebeständigkeit ca. 90 – 100 °C
Dichte ca. 1,05 – 1,07 g/cm³
Verzug (Warping) mittel bis hoch
UV-Beständigkeit sehr gut
Oberfläche matt
Geruch beim Drucken deutlich, ähnlich wie ABS

UV- und witterungsbeständig

Die größte Stärke von ASA ist seine Beständigkeit gegen Sonne, Regen und Frost. Farben bleiben deshalb lange stabil, und das Material wird im Freien kaum spröde. Dagegen vergilbt ABS unter UV-Licht und verliert mit der Zeit an Festigkeit. Deshalb druckst du Teile für draußen am besten aus ASA.

Hitzebeständig bis etwa 100 °C

ASA hält Temperaturen von ungefähr 90 bis 100 °C aus. Damit übertrifft es vor allem PLA und PETG deutlich. Ein Halter im Auto übersteht also auch einen heißen Sommertag. Weitere Materialien für warme Umgebungen findest du in unserem Ratgeber zu hitzebeständigem Filament.

Matte Oberfläche und gute Nachbearbeitung

Gedruckte Teile haben eine edle, matte Optik. Schichtlinien fallen daher weniger auf. Außerdem kannst du ASA gut schleifen, bohren und kleben. Wie ABS lässt es sich zudem mit Aceton glätten, wenn du eine glänzende Oberfläche möchtest.

Warping und Dämpfe als Schwächen

ASA schrumpft beim Abkühlen stärker als PLA. Große Teile heben sich deshalb gerne an den Ecken vom Druckbett. Zudem entstehen beim Drucken Dämpfe mit deutlichem Geruch, die Styrol enthalten können. Lüfte daher gut und drucke am besten in einem geschlossenen Gehäuse mit Abzug. Tipps zum Umgang mit Gerüchen liefert unser Beitrag über unangenehme Gerüche beim ABS-Druck, die bei ASA ähnlich auftreten.

ASA Filament Spule in Schwarz, UV-beständig

ASA Filament drucken: die richtigen Einstellungen

Mit den folgenden Richtwerten gelingt dir zunächst der Einstieg. Taste dich jedoch in kleinen Schritten an die perfekten Werte für deinen Drucker heran.

  • Düsentemperatur: 240 – 260 °C. Starte zunächst bei etwa 245 °C.
  • Druckbett: 95 – 110 °C für eine sichere Haftung.
  • Lüfter: aus oder sehr niedrig, höchstens 20 – 30 % bei Überhängen.
  • Bauraum: geschlossen und warm, damit keine Zugluft an das Teil kommt.
  • Haftung: Brim oder Raft bei großen Teilen, dazu ein passender Haftgrund.

Viele Profis setzen als Haftgrund auf Kapton Tape, weil es hohe Betttemperaturen gut verträgt. Hebt sich die erste Schicht trotzdem ab, hilft dir der Ratgeber Wieso haftet mein Filament nicht auf dem Druckbett. Alle Details zu Temperatur, Gehäuse und Kühlung erklären wir ausführlich in unseren Tipps und Tricks zum ASA-Druck.

Wofür eignet sich ASA Filament? Typische Anwendungen

Überall dort, wo Sonne, Wasser und Wärme auf ein Bauteil treffen, spielt ASA seine Stärken aus. Besonders beliebt sind diese Einsatzgebiete:

  • Outdoor-Teile: Halterungen, Abdeckungen und Clips für Balkon, Zaun oder Fassade.
  • Auto und Wohnmobil: Handyhalter, Lüftungsclips oder Blenden, die Hitze aushalten.
  • Garten: Pflanzschilder, Schlauchhalter, Bewässerungsteile und Vogelhäuschen.
  • Schilder: Hausnummern und Beschriftungen, die nicht ausbleichen.
  • Gehäuse: robuste Hüllen für Sensoren, Kameras oder Elektronik im Freien.

Weniger geeignet ist ASA dagegen für Einsteiger ohne Gehäuse oder für feine Deko-Figuren im Wohnzimmer. Hier ist PLA einfacher und günstiger. Für flexible Teile wie Dichtungen greifst du außerdem besser zu TPU.

Unsere Erfahrung mit ASA im Praxistest

Wir drucken ASA regelmäßig für eigene Projekte und für Teile, die draußen bleiben. Dabei fällt uns immer wieder auf, wie stark ein geschlossenes Gehäuse das Ergebnis verbessert. Ohne Gehäuse lösen sich bei großen Teilen häufiger die Ecken. Mit Gehäuse und Brim läuft der Druck dagegen meist ruhig durch.

Zudem ist der Geruch im Alltag spürbar. Deshalb drucken wir ASA nie in Wohnräumen ohne Lüftung. Positiv überrascht uns die matte Oberfläche, denn sie wirkt hochwertig und kaschiert Schichtlinien. Dank der UV-Stabilität bleibt außerdem die Farbe im Freien deutlich länger erhalten als bei ABS. Kurz gesagt: ASA verlangt etwas mehr Vorbereitung, belohnt dich aber mit langlebigen Outdoor-Teilen.

ASA im Vergleich zu ABS, PETG und PLA

Welches Material passt zu deinem Projekt? Der direkte Vergleich hilft dir bei der Entscheidung:

  • ASA vs. ABS: Beide drucken sich zunächst ähnlich. ASA bleibt jedoch im Sonnenlicht stabil, ABS vergilbt. Mehr dazu im Beitrag Unterschiede zwischen ABS und ASA.
  • ASA vs. PETG: PETG druckt sich leichter und riecht kaum. Allerdings hält es weniger Hitze aus und ist nicht ganz so UV-stabil. Lies dazu unseren PETG Ratgeber.
  • ASA vs. PLA: PLA ist ideal für Einsteiger, wird aber schon ab etwa 55 °C weich. Für draußen ist es daher kaum geeignet. Alle Details findest du bei den PLA Eigenschaften.

Du willst alle Materialien vergleichen? Dann wirf einen Blick in unseren Überblick Welches Filament wofür?

ASA Filament kaufen: Darauf solltest du achten

Die Qualität schwankt jedoch je nach Hersteller spürbar. Mit diesen Kriterien findest du ein zuverlässiges Material:

  1. UV-Stabilisierung: Achte darauf, dass der Hersteller die UV-Beständigkeit ausdrücklich nennt.
  2. Maßhaltigkeit: Eine geringe Toleranz sorgt nämlich für einen gleichmäßigen Materialfluss.
  3. Passender Durchmesser: Die meisten Drucker nutzen 1,75 mm. Ältere Modelle arbeiten dagegen mit 2,85 mm.
  4. Trockene Verpackung: Vakuum und Trockenmittel schützen dabei vor Feuchtigkeit.
  5. Klare Druckangaben: Gute Hersteller nennen Temperaturen für Düse und Druckbett.

Unser ASA Filament

Bei NuNus bekommst du ASA insbesondere für den Außeneinsatz. Unser NuNus ASA 1,75 mm auf der 1-kg-Rolle ist UV-stabil, wetterfest und robust. Passend dazu findest du Polyimid Tape in 120 mm Breite für eine sichere Haftung auf dem heißen Bett. Zusätzlich schützt eine feuerfeste Unterlage für deinen 3D-Drucker deinen Arbeitsplatz. Wenn du statt ASA lieber ABS nutzen möchtest, schau dir unser ABS+ Filament an.

Häufige Fragen zu ASA Filament

Ist ASA UV-beständig?

Ja, das ist die wichtigste Eigenschaft von ASA. Denn das Material bleibt im Sonnenlicht farbstabil und wird kaum spröde. Deshalb eignet es sich sehr gut für Bauteile, die dauerhaft draußen bleiben.

Ist ASA giftig?

Fertig gedruckte Teile gelten zwar im normalen Gebrauch als unbedenklich. Beim Drucken entstehen jedoch Dämpfe und feine Partikel. Lüfte deshalb gut, nutze ein Gehäuse mit Abzug und drucke nicht im Schlafzimmer. Für Lebensmittelkontakt solltest du gedruckte Teile grundsätzlich nicht ohne Weiteres verwenden.

Braucht ASA ein Gehäuse?

Für kleine Teile geht es manchmal auch ohne, wenn der Raum zugfrei ist. Bei größeren Bauteilen empfehlen wir aber ein geschlossenes Gehäuse. So bleibt die Temperatur gleichmäßig, und das Teil verzieht sich weniger. Außerdem lassen sich die Dämpfe damit besser absaugen.

ASA oder PETG für draußen?

Grundsätzlich halten beide Materialien Wasser und Frost gut aus. Für pralle Sonne und hohe Temperaturen ist ASA jedoch die bessere Wahl. PETG punktet dagegen mit einfacherem Druck ohne Gehäuse. Für Schattenplätze reicht oft PETG Filament völlig aus.

Fazit: ASA Filament für langlebige Outdoor-Drucke

ASA kombiniert die Stärke von ABS mit einer hervorragenden Beständigkeit gegen Sonne und Wetter. Zudem hält es Hitze bis etwa 100 °C aus und überzeugt mit einer matten Oberfläche. Allerdings brauchst du ein beheiztes Bett, gute Lüftung und idealerweise ein Gehäuse. Wer diese Punkte beachtet, druckt mit ASA Filament robuste Teile für Garten, Auto und Fassade. Entdecke jetzt unser wetterfestes ASA für deinen 3D-Drucker.

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