
ABS und ASA sehen auf der Spule fast gleich aus und drucken sich auch ähnlich. Trotzdem gibt es wichtige Unterschiede, vor allem bei UV-Beständigkeit, Oberfläche und Einsatzort. In diesem Vergleich erfährst du, worin sich die beiden Filamente unterscheiden und welche Eigenschaften sie haben. Außerdem zeigen wir dir, wann du ABS nimmst und wann ASA die bessere Wahl ist.
ABS und ASA: zwei enge Verwandte
ABS steht für Acrylnitril-Butadien-Styrol. Der Kunststoff ist seit Jahrzehnten ein Klassiker, zum Beispiel in LEGO-Steinen, Gerätegehäusen und Autoteilen. Mehr zum Material liest du in unserem ausführlichen ABS Ratgeber.
ASA steht dagegen für Acrylnitril-Styrol-Acrylat. Es wurde als wetterfeste Variante von ABS entwickelt. Dabei ersetzt ein Acrylat-Kautschuk das Butadien. Genau hier liegt der Kern des Unterschieds, denn Butadien altert unter Sonnenlicht schnell. Der Acrylat-Kautschuk bleibt dagegen auch im Freien lange stabil.
Die übrigen Bausteine sind gleich. Deshalb verhalten sich ABS und ASA beim Drucken, Schleifen und Kleben sehr ähnlich. Alles Wichtige zu ASA findest du zudem in unserem Ratgeber zu ASA Filament.
ABS vs. ASA: die Unterschiede in der Tabelle
Die folgende Tabelle stellt dir beide Materialien direkt gegenüber. Die Werte sind typische Spannen, denn jede Rezeptur verhält sich etwas anders.
| Eigenschaft | ABS | ASA |
|---|---|---|
| Chemischer Name | Acrylnitril-Butadien-Styrol | Acrylnitril-Styrol-Acrylat |
| Drucktemperatur (Düse) | ca. 220 – 255 °C | ca. 235 – 260 °C |
| Druckbett | ca. 90 – 110 °C | ca. 90 – 110 °C |
| Hitzebeständigkeit | ca. 85 – 100 °C | ca. 90 – 100 °C |
| Dichte | ca. 1,04 – 1,06 g/cm³ | ca. 1,05 – 1,07 g/cm³ |
| UV-Beständigkeit | gering, vergilbt draußen | sehr gut |
| Witterung und Feuchte | mäßig | sehr gut |
| Verzug (Warping) | hoch | mittel bis hoch |
| Oberfläche | leicht glänzend | eher matt |
| Geruch beim Drucken | deutlich, stechend | deutlich, ähnlich wie ABS |
| Glätten mit Aceton | ja | ja |
| Einsatzort | vor allem innen | innen und außen |

Unterschiede zwischen ABS und ASA im Detail
Auf dem Papier liegen beide Filamente nah beieinander. Im Alltag zeigen sich die Unterschiede jedoch deutlich. Die wichtigsten Punkte erklären wir dir hier.
UV-Beständigkeit: der entscheidende Unterschied
Wenn du nur einen Punkt mitnimmst, dann diesen. ABS vergilbt im Sonnenlicht und wird mit der Zeit spröde. Ein Teil auf dem Balkon kann also nach wenigen Monaten Risse zeigen. ASA hält UV-Licht dagegen sehr gut aus. Farbe und Festigkeit bleiben auch nach langer Zeit im Freien weitgehend erhalten. Deshalb ist ASA das Material der Wahl für Outdoor-Teile.
Hitzebeständigkeit und Festigkeit
Bei der Hitze liegen ABS und ASA fast gleichauf. Beide bleiben bis etwa 85 – 100 °C formstabil und übertreffen damit PLA und PETG klar. Auch bei der Schlagfestigkeit sind beide stark. ABS gilt allerdings bei Kälte als etwas zäher, weil Butadien auch bei Frost elastisch bleibt. Für Teile im Auto oder an warmen Geräten eignen sich trotzdem beide. Weitere Optionen zeigt dir unser Beitrag zu hitzebeständigem Filament.
Oberfläche und Optik
ABS hat meist einen leichten Glanz. ASA wirkt dagegen eher matt und edel. Dadurch fallen die einzelnen Schichtlinien bei ASA oft weniger auf. Beide Kunststoffe kannst du außerdem schleifen, lackieren und mit Acetondampf glätten.
Druckverhalten und Warping
Beide Filamente schrumpfen beim Abkühlen und neigen daher zu Verzug. ASA verzieht sich oft etwas weniger, braucht aber eine leicht höhere Düsentemperatur. Für beide gilt: Ein beheiztes Druckbett und ein geschlossenes Gehäuse sind fast Pflicht. Zugluft lässt die Schichten sonst ungleich abkühlen, sodass sich Ecken lösen oder Risse entstehen.
Geruch und Sicherheit
ABS und ASA setzen beim Drucken Dämpfe frei. Der Geruch ist bei beiden deutlich spürbar. Stell deinen Drucker deshalb nicht in Wohn- oder Schlafräume und lüfte regelmäßig. Ideal ist ein Gehäuse mit Filter oder Abluft nach draußen. Hilfreiche Tipps liefert dir unser Artikel zu Gerüchen beim ABS-Druck.
ABS und ASA drucken: die richtigen Einstellungen
Da sich die Materialien so ähneln, kannst du mit fast denselben Einstellungen starten. Beachte trotzdem immer die Angaben auf deiner Spule.
- Düse: ABS bei 230 – 250 °C, ASA bei 240 – 260 °C.
- Druckbett: 90 – 110 °C, damit die erste Schicht sicher haftet.
- Lüfter: aus oder höchstens 20 – 30 %, sodass die Schichten gut verschmelzen.
- Geschwindigkeit: 40 – 60 mm/s, die erste Schicht deutlich langsamer.
- Haftung: PEI oder hitzefestes Polyimid-Tape, dazu ein Brim.
- Bauraum: geschlossen, warm und ohne Zugluft.
Speziell für ASA haben wir zudem einen eigenen Beitrag mit Tipps und Tricks zum ASA-Druck. Löst sich dein Druck trotzdem vom Bett, hilft dir der Ratgeber Wieso haftet mein Filament nicht weiter.
ASA oder ABS: Wann nimmst du was?
Die Entscheidung hängt vor allem davon ab, wo dein Bauteil später landet. Diese Faustregeln helfen dir dabei.
Nimm ABS, wenn …
- dein Teil im Innenraum bleibt, zum Beispiel als Gehäuse oder Halterung.
- du eine glatte, glänzende Oberfläche zum Lackieren oder Glätten möchtest.
- das Bauteil bei Kälte stark belastet wird.
- du ein bewährtes Material für Prototypen und Ersatzteile suchst.
Nimm ASA, wenn …
- dein Teil draußen in Sonne und Regen steht, etwa am Balkon, Auto oder Gartenzaun.
- die Farbe über Jahre gleich bleiben soll.
- du eine matte, hochwertige Optik bevorzugst.
- Witterung und Feuchtigkeit eine Rolle spielen.
Kurz gesagt: Für innen reicht ABS, für draußen ist ASA klar im Vorteil. Druckst du ganz ohne Gehäuse, sind PLA oder PETG dagegen einfacher. Einen Überblick über alle Materialien bietet dir unser Ratgeber Welches Filament wofür?
Weitere Vergleiche mit ABS
Neben diesem Duell gibt es weitere spannende Paarungen. Diese Vergleiche helfen dir ebenfalls bei der Wahl:
- ABS vs. ABS+: ABS+ ist eine optimierte Mischung mit weniger Verzug. Lies dazu die Unterschiede zwischen ABS und ABS+.
- ABS vs. PLA: PLA druckt sich leichter, hält aber kaum Wärme aus. Mehr im Beitrag ABS und PLA im Vergleich.
ABS und ASA kaufen bei NuNus
Beim Kauf zählen vor allem eine enge Toleranz, saubere Wicklung und eine trockene Verpackung. Bei NuNus findest du beide Materialien mit 1,75 mm Durchmesser:
- NuNus ASA 1,75 mm 1 kg – UV-stabil, wetterfest und robust für Outdoor-Projekte.
- ABS+ Filament 1,75 mm 1 kg – stabil und langlebig mit einer Toleranz von ± 0,03 mm.
Alle Varianten von ABS+ findest du außerdem in unserer Kategorie ABS+ Filament.
Häufige Fragen zu ABS und ASA
Was ist der Unterschied zwischen ASA und ABS?
Der wichtigste Unterschied ist die UV-Beständigkeit. ASA enthält statt Butadien einen Acrylat-Kautschuk und vergilbt deshalb im Sonnenlicht kaum. ABS altert draußen dagegen schnell. Bei Hitzebeständigkeit, Festigkeit und Druckeinstellungen liegen beide sehr nah beieinander.
Ist ASA besser als ABS?
Für draußen ja, denn ASA ist wetterfest und farbstabil. Für Innenteile bietet ASA dagegen kaum Vorteile. Hier ist ABS eine bewährte und oft günstigere Wahl. Welches Material besser ist, hängt also vom Einsatzort ab.
Kann ich ASA mit ABS-Einstellungen drucken?
Ja, als Ausgangspunkt funktioniert das gut. Erhöhe die Düsentemperatur allerdings um etwa 5 – 10 °C. Druckbett, Lüfter und Gehäuse kannst du dagegen fast unverändert übernehmen.
Welche Eigenschaften hat ASA Filament?
ASA ist UV-stabil, wetterfest, schlagfest und hitzebeständig bis etwa 90 – 100 °C. Außerdem hat es eine matte Oberfläche. Beim Drucken braucht es ein heißes Bett und am besten ein Gehäuse.
Sind ABS und ASA giftig?
Fertige Teile gelten im Alltag als unbedenklich. Beim Drucken entstehen jedoch Dämpfe und feine Partikel. Lüfte daher gut und nutze ein Gehäuse mit Filter. Für Lebensmittelkontakt sind beide Materialien keine gute Wahl.
Fazit: ABS und ASA richtig einsetzen
Beide Filamente sind eng verwandt und drucken sich fast gleich. Der entscheidende Unterschied ist die UV-Beständigkeit. ABS ist ideal für robuste Teile im Innenraum. ASA spielt seine Stärken dagegen draußen aus, wo Sonne und Regen auf das Bauteil treffen. Wenn du beide Materialien kennst, wählst du für jedes Projekt das passende Filament. Entdecke jetzt unser wetterfestes ASA Filament für deine nächsten Outdoor-Drucke.