
Beim Filament Durchmesser gibt es im 3D-Druck zwei Standards: 1,75 mm und 2,85 mm. Die dickere Variante heißt dabei oft noch 3 mm. Welcher davon besser ist, hängt vor allem von deinem Drucker ab. In diesem Ratgeber erfährst du zunächst, worin sich beide Stärken unterscheiden. Außerdem zeigen wir dir, welcher Drucker welches Filament braucht und welche Vor- und Nachteile jede Variante hat. Zum Schluss bekommst du eine klare Empfehlung.
Was bedeutet der Filament Durchmesser?
Filament ist also der Kunststoffdraht, den dein Drucker beim Fused Deposition Modeling verarbeitet. Zunächst schiebt der Extruder den Draht in die heiße Düse, wo er schmilzt. Anschließend legt die Düse den geschmolzenen Kunststoff Schicht für Schicht ab. Die Dicke dieses Drahts nennt man Filament Durchmesser oder einfach Filamentstärke.
Früher war 3 mm der übliche Standard, weil viele Drucker aus der Kunststoffindustrie dieses Maß übernommen hatten. Heute misst dieses Filament jedoch meist 2,85 mm. Daneben hat sich vor allem 1,75 mm durchgesetzt. Inzwischen arbeitet sogar die große Mehrheit aller Heim- und Hobbydrucker mit dieser dünneren Variante.
Filament Durchmesser im Vergleich: 1,75 mm vs. 2,85 mm
Die folgende Tabelle zeigt dir die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick:
| Merkmal | 1,75 mm | 2,85 mm (3 mm) |
|---|---|---|
| Verbreitung | Standard bei den meisten Druckern | einige ältere und spezielle Geräte |
| Querschnitt | ca. 2,4 mm² | ca. 6,4 mm² |
| Länge pro kg PLA | ca. 330 m | ca. 125 m |
| Materialauswahl | sehr groß | deutlich kleiner |
| Dosierung des Materials | sehr fein | etwas gröber |
| Flexible Filamente im Bowden | eher schwierig | leichter |
| Hohe Durchflussmengen | gut | sehr gut |
Ein Punkt ist dabei besonders wichtig: Beide Stärken sind nämlich nicht austauschbar. Dein Drucker verarbeitet deshalb nur den Durchmesser, für den Extruder und Hotend gebaut sind.

Welcher Drucker braucht welches Filament?
Die Antwort steht in den technischen Daten deines Geräts. Dort findest du zum Beispiel eine Angabe wie „Filament: 1,75 mm“. Fehlt sie, hilft ein Blick auf die mitgelieferte Testspule oder ins Handbuch.
- Die meisten aktuellen Drucker: Insbesondere Einsteiger- und Mittelklassegeräte arbeiten mit 1,75 mm.
- Ältere oder spezielle Geräte: Einige Profi-Drucker und ältere Modelle nutzen weiterhin 2,85 mm.
- Selbstbau-Drucker: Hier entscheidet dagegen das verbaute Hotend über die passende Stärke.
Unsicher? Dann miss einfach das Filament, das gerade im Drucker steckt. Mit einem Messschieber erkennst du den Unterschied nämlich sofort. Anschließend trägst du denselben Wert im Slicer ein, damit der Materialfluss stimmt.
Kann ich 1,75 mm in einem 3-mm-Drucker nutzen?
Nein, davon raten wir klar ab. Das dünne Filament hat im breiten Kanal nämlich zu viel Spiel. Deshalb knickt es ein, und geschmolzener Kunststoff kann nach oben zurückfließen. Umgekehrt passt 2,85-mm-Filament gar nicht erst in einen 1,75-mm-Extruder. Ein Umbau ist zwar möglich, allerdings musst du dafür Extruder und Hotend tauschen.
Vorteile und Nachteile von 1,75 mm Filament
Der dünnere Filament Durchmesser hat sich nicht ohne Grund durchgesetzt. Das sind vor allem seine Stärken:
- Riesige Auswahl: Fast jedes Material gibt es in 1,75 mm, zudem in vielen Farben.
- Feine Dosierung: Der Extruder fördert pro Millimeter weniger Material, sodass er sehr präzise arbeitet.
- Schnelles Aufheizen: Der dünne Strang schmilzt im Hotend zügig, sodass der Fluss gleichmäßig bleibt.
- Weniger Kraft nötig: Ein kleiner Extruder genügt, denn der Motor muss weniger Material schieben.
- Mehr Meter pro Spule: Auf einer 1-kg-Spule PLA stecken rund 330 Meter.
Es gibt allerdings auch Nachteile. Bei Bowden-Druckern biegt sich zum Beispiel weiches Filament leicht im Schlauch. Für flexibles TPU Filament ist daher ein Direct-Drive-Extruder ideal. Außerdem wirken sich Schwankungen im Durchmesser stärker aus, weil der Querschnitt kleiner ist. Eine enge Toleranz ist bei 1,75 mm deshalb besonders wichtig.
Vorteile und Nachteile von 2,85 mm Filament
Das dickere Filament hat ebenfalls seine Berechtigung. Vor allem in diesen Punkten kann es punkten:
- Steifer Strang: Weiche Materialien knicken im Bowden-Schlauch dadurch seltener ein.
- Hoher Durchfluss: Bei großen Düsen fördert der Extruder viel Material in kurzer Zeit.
- Toleranzen fallen weniger ins Gewicht: Kleine Abweichungen beeinflussen den Fluss also kaum.
Dagegen stehen klare Nachteile. Die Materialauswahl ist kleiner, und manche Spezialfilamente bekommst du nur in 1,75 mm. Zudem braucht das Hotend mehr Leistung, damit der dicke Strang vollständig schmilzt. Beim Rückzug ist das Filament etwas träger, sodass feine Fäden leichter entstehen. Hilfe dazu liefert unser Beitrag Wieso zieht mein Filament Fäden.
Mythen rund um die Filamentstärke
Im Netz kursieren einige falsche Aussagen zum Filament Durchmesser. Die drei häufigsten räumen wir hier auf:
„3 mm Filament macht stabilere Teile“
Das stimmt nicht. Die Festigkeit hängt nämlich vom Material, von der Temperatur und vom Infill ab. Im Hotend schmilzt der Kunststoff nämlich ohnehin vollständig. Folglich erkennst du am fertigen Teil nicht, welche Stärke gedruckt wurde.
„1,75 mm ermöglicht feinere Schichten“
Auch das ist ein Irrtum. Die Schichthöhe bestimmen vor allem Düse und Slicer, also nicht der Filament Durchmesser. Eine 0,4-mm-Düse druckt mit beiden Stärken gleich feine Schichten. Der Vorteil von 1,75 mm liegt lediglich in der feineren Dosierung.
„Dickes Filament ist günstiger“
Der Preis richtet sich nach dem Gewicht, nicht nach der Stärke. Ein Kilogramm Material bleibt also ein Kilogramm. Weil 1,75 mm aber viel häufiger produziert wird, ist die Auswahl größer.
Filamentarten im Überblick
Neben der Stärke entscheidet das Material über dein Ergebnis. Dabei gibt es fast alle gängigen Kunststoffe in 1,75 mm. Hier die wichtigsten Filamentarten mit ihren Unterschieden:
- PLA: einfach zu drucken, ideal für Einsteiger. Mehr in unserem Ratgeber zu den PLA Eigenschaften.
- PETG: zäh, schlagfest und etwas hitzebeständiger. Details findest du im PETG Ratgeber.
- ABS: robust und hitzebeständig, braucht aber ein Gehäuse. Lies dazu unseren ABS Filament Ratgeber.
- ASA: UV-beständig und wetterfest, also gut für draußen.
- TPU: gummiartig und flexibel, etwa für Dichtungen oder Handyhüllen.
Eine ausführliche Liste aller Filamentarten mit Anwendungen findest du außerdem im Beitrag Welches Filament wofür?
Der richtige Filament Durchmesser beim Kauf
Bevor du bestellst, prüfe zuerst die Angabe deines Druckers. Danach kommt es auf die Qualität an. Achte auf diese Punkte:
- Enge Toleranz: Der Durchmesser sollte dabei höchstens um ± 0,03 mm abweichen. Sonst schwankt der Materialfluss.
- Runder Querschnitt: Ein ovales Filament fördert ungleichmäßig und kann im Extruder klemmen.
- Saubere Wicklung: Ordentlich gewickelte Spulen vermeiden Knoten mitten im Druck.
- Trockene Verpackung: Vakuum und Trockenmittel schützen nämlich vor Feuchtigkeit.
Haftet dein Druck trotz passender Stärke schlecht? Dann hilft dir unser Ratgeber Wieso haftet mein Filament nicht auf dem Druckbett.
Unsere 1,75 mm Filamente
Bei NuNus bekommst du ausschließlich 1,75 mm Filament, jeweils mit enger Toleranz. Eine Auswahl:
- PLA Filament 1,75 mm (Prof. Lab) – der zuverlässige Allrounder.
- NuNus PETG 1,75 mm – zäh und vielseitig für Funktionsteile.
- ABS+ Filament 1,75 mm – stabil und hitzebeständig.
- TPU 95A 1,75 mm – flexibel für elastische Teile.
Alle Materialien findest du gesammelt in unserer Kategorie 1,75 mm Filamente.
Häufige Fragen zum Filament Durchmesser
Ist 1,75 mm oder 3 mm Filament besser?
Keines ist grundsätzlich besser. Entscheidend ist vielmehr, was dein Drucker verarbeitet. Für die meisten Nutzer ist 1,75 mm allerdings die bessere Wahl, weil Auswahl und Verfügbarkeit größer sind.
Ist 3 mm Filament wirklich 3 mm dick?
Meist nicht. Fast alle Hersteller liefern unter dieser Bezeichnung heute 2,85 mm. Echtes 3-mm-Filament ist daher selten geworden.
Wie messe ich die Filamentdicke?
Nimm einen Messschieber und miss an mehreren Stellen. Drehe das Filament dabei jedes Mal etwas, denn so erkennst du auch einen ovalen Querschnitt.
Hat die Filamentstärke Einfluss auf die Druckqualität?
Kaum, solange Drucker und Slicer richtig eingestellt sind. Viel wichtiger sind dagegen Düse, Temperatur und eine enge Toleranz des Filaments.
Fazit: 1,75 mm ist für die meisten die richtige Wahl
Der passende Filament Durchmesser richtet sich immer nach deinem Drucker. Fast alle aktuellen Geräte arbeiten nämlich mit 1,75 mm. Diese Stärke bietet zudem die größte Materialauswahl und eine sehr feine Dosierung. 2,85 mm brauchst du dagegen nur, wenn dein Drucker dafür gebaut ist. Prüfe also kurz die technischen Daten und bestelle dann das passende Material. Entdecke jetzt unsere 1,75 mm Filamente in Premium-Qualität.