
PLA und PETG sind die beiden beliebtesten Filamente im 3D-Druck. Trotzdem eignen sie sich für ganz unterschiedliche Projekte. In diesem Ratgeber vergleichen wir zunächst Herkunft, Festigkeit und Hitzebeständigkeit. Anschließend zeigen wir dir die passenden Druckeinstellungen. Am Ende weißt du genau, welches Material zu deinem Bauteil passt.
Was ist PLA?
PLA steht für Polylactide, auf Deutsch Polymilchsäure. Hersteller gewinnen den Kunststoff aus nachwachsenden Rohstoffen wie Maisstärke oder Zuckerrohr. PLA schmilzt schon bei niedrigen Temperaturen und verzieht sich kaum. Deshalb gilt es als ideales Filament für Einsteiger.
Allerdings ist PLA recht spröde und wird ab etwa 55 °C weich. Mehr dazu liest du in unserem Ratgeber zu den PLA Eigenschaften.
Was ist PETG?
PETG basiert auf Polyethylenterephthalat, kurz PET. Diesen Kunststoff kennst du vermutlich von Getränkeflaschen. Das G steht für Glykol. Dieser Zusatz macht das Material zäher und verhindert, dass es beim Abkühlen trüb und spröde wird.
Im Gegensatz zu PLA stammt PETG aus fossilen Rohstoffen. Dafür ist es schlagfester, flexibler und hält mehr Wärme aus. Einen ausführlichen Überblick bietet dir unser Ratgeber Was ist PETG Filament?

PLA und PETG im direkten Vergleich
Die folgende Tabelle zeigt die typischen Werte beider Materialien. Die genauen Angaben schwanken jedoch je nach Hersteller.
| Eigenschaft | PLA | PETG |
|---|---|---|
| Drucktemperatur (Düse) | 190 – 215 °C | 220 – 250 °C |
| Druckbett | 50 – 60 °C | 70 – 85 °C |
| Erweichungstemperatur | ca. 55 – 60 °C | ca. 70 – 80 °C |
| Dichte | ca. 1,24 g/cm³ | ca. 1,27 g/cm³ |
| Festigkeit | steif, aber spröde | zäh und schlagfest |
| Verzug (Warping) | sehr gering | gering |
| Fadenziehen | selten | häufiger |
| UV- und Wetterbeständigkeit | gering | gut |
| Feuchtigkeitsaufnahme | leicht hygroskopisch | hygroskopisch |
| Rohstoff | pflanzlich | erdölbasiert |
Die wichtigsten Unterschiede zwischen PLA und PETG
Beide Materialien drucken sich ohne Gehäuse und riechen kaum. In den folgenden Punkten unterscheiden sie sich jedoch deutlich.
Festigkeit und Zähigkeit
PLA ist hart und formstabil, bricht aber schlagartig. PETG gibt dagegen etwas nach, bevor es bricht. Folglich überstehen Clips, Halterungen und Gehäuse aus PETG auch Stöße und Biegung. Für steife Teile mit hoher Maßhaltigkeit bleibt PLA trotzdem eine gute Wahl. Wenn du also exakte Passungen brauchst, spielt PLA seine Stärke aus.
Hitzebeständigkeit
Hier liegt PETG klar vorn, denn es wird erst bei deutlich höheren Temperaturen weich. PLA verformt sich bereits ab etwa 55 °C, zum Beispiel im Sommer im Auto. PETG hält dagegen rund 70 bis 80 °C aus. Brauchst du noch mehr Wärmebeständigkeit, lies unseren Ratgeber zu hitzebeständigem Filament.
Wetter und Chemikalien
PETG verträgt UV-Licht, Wasser und viele Chemikalien besser als PLA. Darum eignet es sich gut für Teile im Garten oder auf dem Balkon. PLA wird im Freien dagegen mit der Zeit spröde und verblasst. Zusätzlich setzt ihm die Sonnenwärme zu, sodass sich dünne Teile verformen können.
Feuchtigkeit: Ist PLA hygroskopisch?
Ja, aber nur leicht. Beide Filamente nehmen Feuchtigkeit aus der Luft auf, PETG allerdings schneller. Feuchtes Filament knistert in der Düse und zieht mehr Fäden. Lagere deine Spulen daher trocken, am besten mit Trockenmittel. Hat eine Spule lange offen gelegen, kannst du sie trocknen. Für PLA reichen dabei etwa 45 – 50 °C, PETG verträgt rund 60 – 65 °C.
Umwelt
PLA entsteht aus Pflanzen und ist industriell kompostierbar. Im Gartenkompost zersetzt es sich jedoch kaum. PETG basiert auf Erdöl, lässt sich aber grundsätzlich recyceln. Fehldrucke beider Materialien gehören deshalb nicht in die Natur.
PLA und PETG drucken: die richtigen Einstellungen
PLA verzeiht fast jeden Fehler. PETG braucht dagegen etwas mehr Feingefühl. Mit diesen Startwerten gelingen dir beide Materialien:
- Düse: PLA 190 – 215 °C, PETG 220 – 250 °C.
- Druckbett: PLA 50 – 60 °C, PETG 70 – 85 °C.
- Lüfter: PLA 100 %, PETG nur 30 – 50 %, damit die Schichten gut verkleben.
- Erste Schicht: PETG nicht zu stark andrücken, sonst klebt es extrem fest.
- Retraction: bei PETG etwas mehr Rückzug, weil es eher Fäden zieht.
Weitere Tipps findest du in unserem Beitrag PETG drucken: Tipps und Tricks. Zieht dein Druck feine Fäden, hilft dir der Ratgeber Wieso zieht mein Filament Fäden. Hält die erste Schicht nicht, lies Filament haftet nicht auf dem Druckbett. Oft liegt das Problem aber an einem falschen Abstand zwischen Düse und Bett.
PLA oder PETG: Wann nimmst du was?
Die Wahl hängt davon ab, was dein Bauteil leisten muss. Diese Faustregel hilft dir dabei.
Nimm PLA, wenn …
- du Figuren, Modelle oder Deko für innen druckst.
- dir feine Details und scharfe Kanten wichtig sind.
- du Prototypen schnell und günstig testen willst.
- du gerade mit dem 3D-Druck anfängst.
Nimm PETG, wenn …
- dein Teil im Freien, im Auto oder in der Wärme steht.
- es Stöße, Biegung oder Dauerlast aushalten muss.
- du Halterungen, Gehäuse oder Ersatzteile druckst.
- es mit Wasser oder Reinigungsmitteln in Kontakt kommt.
Liegt deine Wahl zwischen PLA und einer zäheren Variante, lohnt sich ein Blick auf den Vergleich PLA vs. PLA+. Wie sich PLA gegen ABS schlägt, zeigt dir der Beitrag ABS und PLA im Vergleich. Einen Überblick über alle Materialien bietet zudem unser Ratgeber Welches Filament wofür?
Unsere Filamente: PLA und PETG bei NuNus
Bei NuNus findest du beide Materialien mit 1,75 mm Durchmesser. Jede Spule kommt vakuumverpackt mit Trockenmittel zu dir.
- PETG Filament 1,75 mm 1 kg (Prof. Lab) – hochfest für belastbare Funktionsteile.
- NuNus PETG 1,75 mm – für 230 – 255 °C Düse und 60 – 80 °C Druckbett.
- PLA Filament 1,75 mm 1 kg (Prof. Lab) – der zuverlässige Allrounder für Einsteiger und Profis.
Alle Varianten findest du außerdem in unseren Kategorien PLA Filament und PETG Filament.
Häufige Fragen zu PLA und PETG
Ist PETG schwerer zu drucken als PLA?
Ein wenig, denn PETG braucht höhere Temperaturen und zieht eher Fäden. Mit passender Retraction und weniger Lüfter gelingt es dir aber schnell. Ein Gehäuse brauchst du für PETG nicht.
Wofür eignet sich PETG Filament?
PETG eignet sich vor allem für Funktionsteile. Typische Beispiele sind Halterungen, Gehäuse, Outdoor-Teile und Ersatzteile im Haushalt. Kurz gesagt: Überall dort, wo PLA zu spröde oder zu hitzeempfindlich ist.
Kann ich PLA und PETG im selben Drucker nutzen?
Ja, das klappt mit fast jedem gängigen FDM-Drucker. Wichtig ist nur, dass Düse und Druckbett die nötigen Temperaturen erreichen. Wechselst du von PETG auf PLA, spüle die Düse vorher gründlich mit dem neuen Material.
Ist PETG lebensmittelecht?
Der Rohstoff kann für den Lebensmittelkontakt zugelassen sein. Ein gedrucktes Teil ist trotzdem nicht automatisch lebensmittelecht, weil sich in den Rillen Bakterien sammeln können. Sei bei direktem Lebensmittelkontakt daher vorsichtig.
Was mache ich mit Filament-Resten?
Kurze Reste kannst du für kleine Testdrucke oder bunte Mehrfarb-Objekte nutzen. Trenne PLA und PETG dabei sauber, weil sich die Materialien nicht mischen lassen. Unbrauchbare Reste entsorgst du im Restmüll oder gibst sie zum Recycling.
Fazit: PLA und PETG ergänzen sich perfekt
PLA ist einfach, detailgenau und ideal für Modelle und Deko. PETG ist dagegen zäh, wetterfest und hitzebeständiger. Darum gehören beide Materialien in jede gute Filament-Sammlung. Für Optik greifst du zu PLA, für Funktion und Outdoor zu PETG. Entdecke jetzt unser PETG Filament für robuste Bauteile.